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Energie im Architektur-Wettbewerb. Zum Faktor machen.

Bis dato ist die Berücksichtigung von Kriterien der Energieeffizienz in Architekturwettbewerben mangels geeigneter Werkzeuge oft schwierig. Das ändert sich.

Mangelnde Quantifizierbarkeit, Objektivität und fehlende Bewertungskriterien führen bei Wettbewerbsauslobern, Jurymitgliedern, Vorprüfung und Wettbewerbsteilnehmern zu Verunsicherung oder zusätzlichem Aufwand. Obwohl das Bewusstsein vorhanden ist, dass in den Phasen der Projektentwicklung und des anschließenden Vorentwurfs, in der Architekturwettbewerbe abgehalten werden, die maßgeblichen Kriterien für die Energieeffizienz des späteren Bauwerks festgelegt werden, werden die erforderlichen Vorgaben selten gemacht bzw. überprüft.

Die Energieeffizienzbewertung in ArchiWettbewerb bietet hierbei Abhilfe. Basierend auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und der großen Erfahrung aus der Energieeffizienzbewertung in ArchiPHYSIK konnte ein Bewertungsprogramm entwickelt werden, mit dessen Hilfe ein für alle Beteiligten zufrieden stellendes Ergebnis erzielt werden kann.

Phasen im Architekturwettbewerb

Wolfgang Streicher

Insbesondere in den frühen Planungsphasen – die vielfach durch Architekturwettbewerbe bestimmt sind – werden die wesentlichen Weichen für die Energieeffizienz gestellt. Ein maßgeschneidertes Werkzeug zur Unterstützung von Planenden und Errichtern ist eine wesentliche Voraussetzung für ein funktionierendes Gebäude mit langfristig minimalen Betriebskosten.

Prof. Wolfgang Streicher, Universität Innsbruck

Ergebnisse. Abschätzungen der Energieeffizienz der Entwürfe.

Bereits in den frühen Planungsphasen Projektentwicklung und Vorentwurf können erste Abschätzungen der Energieeffizienz vorgenommen werden.

Eingesetzt im Architekturwettbewerb können diese ersten Abschätzungen als quantitative Vergleichsgrößen herangezogen werden, auf Basis derer eine Beurteilung der energierelevanten Aspekte der Wettbewerbsprojekte durch die Jurymitglieder objektiv und nachvollziehbar vorgenommen werden kann.

Für die Beteiligten am Wettbewerbsverfahren ergibt sich daraus eine Vielzahl an Vorteilen:

  • Auslober sind nicht mehr darauf angewiesen, einen oder mehrere Experten für Energieeffizienz in die Jury aufzunehmen oder dem Vorprüfer beratend zur Seite zu stellen.
  • Vorprüfer können die Energieeffizienzbewertung ohne großen Mehraufwand in ihre vorherrschende Praxis übernehmen und qualifizierte Aussagen zu den einzelnen Wettbewerbsobjekten treffen.
  • Den Teilnehmern wird die Gelegenheit gegeben, ihre innovativen Konzepte erstmals auch zahlenmäßig abbilden zu können. Gleichzeitig können sie eine Optimierung hinsichtlich der energetischen Qualität bereits im Entwurfsprozess vornehmen.
  • Dem Preisgericht werden quantitative Ergebniszahlen an die Hand geliefert, mithilfe derer ein Vergleich der verschiedenen Objekte ohne detailliertes Fachwissen zur Energieeffizienz von Gebäuden und haustechnischen Anlagen vorgenommen werden kann.
  • Betreiber eines Objekts können darauf vertrauen, dass die Energieeffizienz ihres Gebäudes bereits von Anfang an im Entwurf berücksichtigt wurde und somit nachhaltig geringe Energiekosten zu erwarten sind.
Preisgericht

Gerhard Hofer

Mittlerweile wird bei Architekturwettbewerben das Thema Energieeffizienz in der Regel groß geschrieben. Aus unserer langjährigen Erfahrung bei der thermisch-energetischen Einstufung von Wettbewerbsbeiträgen und der Beratung des Preisgerichts haben wir festgestellt, dass bislang kaum einfache Instrumente vorhanden sind, wie die zu bewertenden Entwürfe die gestellten Anforderungen erfüllen. Diese Lücke gilt es möglichst schnell zu schließen.

Gerhard Hofer, e7 Energie Markt Analyse GmbH, Wien

Das Tool im Architekturwettbewerb. Energieeffizienz abschätzen.

Mit ArchiWettbewerb können bereits in den frühen Planungsphasen Projektentwicklung und Vorentwurf erste Abschätzungen der Energieeffizienz der Entwurfsobjekte vorgenommen werden.

Die Einbindung der Energieeffizienzbewertung in den Architekturwettbewerb mittels ArchiWettbewerb erfolgt denkbar einfach:

  1. Der Auslober stimmt mit dem Preisgericht ab, welche Module zum Einsatz kommen und welches Anforderungsniveau erreicht werden soll.

  2. Im Anschluss daran bereitet die Vorprüfung das Programm vor und gibt das Online-Tool individuell für den jeweiligen Wettbewerb zum Einsatz frei.

  3. Die Teilnehmer leisten die erforderlichen Angaben für die Berechnung der Energieeffizienz in den zuvor definierten Modulen. Sie haben zudem die Möglichkeit, ihre Konzepte im Entwurfsprozess hinsichtlich deren Energieeffizienz zu überprüfen und eine Optimierung vorzunehmen.

  4. Nach Abgabe der Wettbewerbsunterlagen untersucht die Vorprüfung Teilnehmerangaben stichprobenartig auf deren Korrektheit und generiert mithilfe des integrierten Auswertungstools eine Auswertung. In dieser sind die Ergebnisse der Energieeffizienz-Bewertung sämtlicher Wettbewerbsprojekte grafisch dargestellt und können so miteinander verglichen werden.

  5. In der Preisgerichtssitzung erfolgt im Zuge des Erläuterungsberichts der Vorprüfung auch eine kurze Stellungnahme zur Energieeffizienz jedes Projekts. Die Auswertung ist den Vorprüfungsunterlagen beigefügt, das Preisgericht kann die Ergebnisse in die Wettbewerbsbeurteilung aufnehmen.

Werkzeug im Überblick

Heimo Staller

Im Projekt IEAA wurden die Grundlagen für die Bewertung von Energieeffizienz in Architekturwettbewerbsverfahren geschaffen. Dass ArchiWettbewerb sich dieser Themenstellung annimmt und eine professionelle Softwarelösung hierzu anbietet, begrüße ich sehr.

Heimo Staller, Architekt, Projektleiter EZ-IEAA, Gleisdorf

Idee und Ziele des Wettberwerbs treffen. Modulare Gliederung.

Je nach Einsatzgebiet werden immanente energetische Parameter des Entwurfs oder ergänzende Angaben zu Gebäude- und Haustechnikqualität von den Wettbewerbsteilnehmern abgefragt.

Dadurch können Aussagen über die energetische Qualität von Wettbewerbsobjekten angepasst an deren jeweiligen Anspruch individuell getroffen werden:

Je höher die Ansprüche an die Energieeffizienz definiert sind und je höher damit auch die Qualität der Ergebnisse sein soll, umso höher ist die Detaillierungstiefe in ArchiWettbewerb zu wählen und umso höher ist auch der Aufwand, der die Wettbewerbsteilnehmer erwartet.

Gliederung der Module

Modul 1: Entwurfsimmanente Parameter

Im Basismodul werden die Aspekte Kompaktheit, Orientierung und Fensterflächenanteil verschiedener Wettbewerbsobjekte untersucht und vergleichbar gemacht.

Von den Wettbewerbsteilnehmern sind für ihre Entwürfe lediglich Angaben zu den Elementen der thermischen Gebäudehülle vorzunehmen. Für Fensterflächen können optional deren geplante Verschattungseinrichtungen angegeben werden.

In Kombination mit vom Auslober vordefinierten Bauteilqualitäten wird so die Berechnung des Heizwärmebedarfs und des Kühlbedarfs vorgenommen, die als Ergebniswerte den angestrebten Vergleich der Wettbewerbsobjekte gewährleistet.

Eine erste Einstufung anhand der anforderungsrelevanten Energiekennzahlen HWB und KB ist an dieser Stelle somit bereits möglich.

Gebäude geschwungene Fassade optimiert
Vergleich möglich auf Ebene:
  • Heizwärmebedarf (HWB) auf Basis wettbewerbsweit gleicher bauphysikalischer Aspekte.
  • Kühlbedarf (KB) auf Basis wettbewerbsweit gleicher bauphysikalischer Aspekte.
  • Primärenergiebedarf (PEB) auf Basis der wettbewerbsweit gleichen Haustechnikausstattung.
  • Kohlendioxidemissionen (CO2) auf Basis der wettbewerbsweit gleichen Haustechnikausstattung.

Modul 2: Gebäudequalität

In diesem Modul werden von den Wettbewerbsteilnehmern Angaben zu bauphysikalischen Aspekten des Entwurfs gefordert.

Dies sind in erster Linie die geplanten U-Werte sowie nähere Angaben zu Lüftung, Bauweise und Verschattung. Sämtliche im Modul Entwurfsimmanente Parameter geleisteten Angaben werden übernommen, zuvor getroffene Defaultannahmen werden durch eigene Angaben der Teilnehmer weiter spezifiziert.

Raumlüftung über Dach
Vergleich möglich auf Ebene:
  • Heizwärmebedarf (HWB)
  • Kühlbedarf (KB)
  • Primärenergiebedarf (PEB) auf Basis der wettbewerbsweit gleichen Haustechnikausstattung.
  • Kohlendioxidemissionen (CO2) auf Basis der wettbewerbsweit gleichen Haustechnikausstattung.

Modul 3: Haustechnikqualität

Heizung, Lüftung, Kühlung und Beleuchtung stellt bei Gebäuden mit hohen Anforderungen an die Energieeffizienz einen wesentlichen Bestandteil des Gesamtsystems dar.

Daher werden in diesem Modul von den Teilnehmern nähere Angaben zu den geplanten haustechnischen Systemen Heizung, Lüftung, Kühlung und Beleuchtung gefordert, wodurch eine Bewertung auf End- und Primärenergieebene ermöglicht wird.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, geplante aktive Solarenergienutzung zu definieren und deren positiven Einfluss auf den Energiebedarf des Gebäudes zu berücksichtigen.

Haustechnische Anlage
Vergleich möglich auf Ebene:
  • Endenergiebedarf (EEB)
  • Primärenergiebedarf (PEB)
  • Kohlendioxidemissionen (CO2)

IEAA + ArchiPHYSIK Das Beste zweier etablierter Systeme kombiniert.

IEAA als bewährtes Bewertungsinstrument für die Integration energierelevanter Aspekte in Architekturwettbewerben mit dem stets am neuesten Stand befindlichen Berechnungskern des Energieausweisprogramms ArchiPHYSIK zu kombinieren, war daher nahe liegend.

Das im Rahmen des Projektes EZ-IEAA „Integration Energierelevanter Aspekte in Architekturwettbewerben“ ausgearbeitete EZ-IEAA-Bewertungstool hat sich seit dessen Fertigstellung im Jahr 2010 als taugliches Instrument bewährt, um Gebäude in frühen Planungsstadien – insbesondere in Architekturwettbewerben – auf deren Energieeffizienz hin zu untersuchen.

Gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Projektteam von IEAA wurden die zentralen Schwächen des bestehdenden Bewertungstools analysiert und eliminiert. Die Ergebnisse sind:

  • normgemäße Fortführung des Energieausweis-Rechenkerns
  • kontinuierliche Wartung
  • gesteigerte Benutzerfreundlichkeit
  • Umsetzung in Form eines Online-Tools zur leichteren Verfügbarkeit
  • Support bei der Programmbenutzung

Kontakt

Markus Gratzl-Michlmair
markus.gratzl@archiwettbewerb.net

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